Allgemein

Wann ist zuviel, zuviel?

Tilly’s und meine reiterlichen Fortschritte sind ja noch nicht so weit. Das hat natürlich mehrere Gründe, aber vor allem wollte ich ihr einfach die Zeit geben, mit sich selber ins Reine zu kommen und unser Vertrauen aufzubauen. Ein weiterer Grund war auch, das ich, trotz jahrelanger Reiterfahrung, doch etwas mit der Reitausbildung überfordert war. Aber dazu gibt es in einem anderen Beitrag (den ich dir dann hier verlinke) einen ausführlichen Bericht.

Die ersten Sonnenstrahlen nach einem tristen Winter

Wir Reiter kennen das alle: kaum wird das Wetter nach einem tristen Winter schön und die ersten Sonnenstrahlen erhellen den Tag, drückt es uns in das Gelände. So natürlich auch mich :-). Also hab ich meine Stallkollegin, mit ihrem wirklich super entspannten Wallach, überredet, mit uns eine kleine Runde im Wald zu drehen.

Gesagt, getan!

Tilly und ich. Es gibt nichts Schöneres, als gemeinsame Zeit zwischen Pferd und Reiter in der Natur.
Tilly´s und mein erster gemeinsamer Ausritt dieses Jahr.

Unser erster gemeinsamer Ausritt in diesem Jahr

Die geplante kleine Runde ist doch etwas größer geworden, weil wir die falsche Abzweigung erwischt haben (der Wald sieht ja im Frühjahr total anders aus 😂). Da der Ausritt Anfang März statt fand, war der Boden teilweise noch sehr matschig und rutschig. Gerade wenn es Bergauf ging. Da wir ja in Bayern viele Berge haben, geht es bei uns eigentlich immer rauf oder runter.

Nach gut einer dreiviertel Stunde im entspannten Schritt, wurde Tilly etwas hibbelig. Sie fing immer wieder zu traben oder sogar zu galoppieren an. Ich konnte sie aber immer sofort durchparieren. Die ersten paar Sprints dachte ich mir noch nichts, aber da es immer mehr wurden, wurde ich total unsicher. Da ich einer Eskalation generell eher aus dem Weg gehe, bin ich abgestiegen und habe den Rest des Heimwegs zu Fuß neben Tilly bestritten.

Den Heimweg habe ich zu Fuß bestritten.

Kaum am Boden wurde mein Pferd wieder die ruhige Seele vom Beginn des Ausrittes und da kam es mir schlagartig: die Runde war zu groß und mit dem rutschigen Boden war es einfach zu anstrengend für sie!

Unser Heimweg verlief dann noch total entspannt und ich war wirklich sehr froh, bequeme Schuhe angehabt zu haben. Ich habe in dem einen Moment meinem Bauchgefühl vertraut und bin aus dem Sattel gestiegen. Sicherlich hätte ich die letzten 30 Minuten Heimweg noch reiten können, aber wäre mir der Ritt mehr wert gewesen, als das Vertrauen meines Pferdes zu mir? Nein, sicherlich nicht!

Ich wollte an diesem Tag einfach zuviel und mein Pferd hat mich das auf ihre Art und Weise wissen lassen.

Trotz des ungeplanten Fußmarsches meinerseits, hat mir Tilly einen wunderschönen ersten Ausritt geschenkt!

Und manchmal sind die kleinen Momente die Größten.

„Eine Grundregel:

Das Pferd muss Freude an der Arbeit haben. Ohne die werden weder das Pferd noch der Reiter jemals anmutig sein.“

Antoine de Pluvinel