Allgemein

Traber als Reitpferd

Der Traber

Sucht man auf Wikipedia den Begriff „Traber“ erhält man folgende Definition:

„Als Traber bezeichnet man mehrere Pferderassen, die bei Trabrennen eingesetzt werden. Moderne Traber sind das Ergebnis einer zielgerichteten Pferdezucht über Generationen hinweg. Ursprünglich züchtete man besonders leistungsfähige Wagenpferde und die ersten Trabrennen waren nichts anderes als spezielle Zuchtleistungsprüfungen.

Heute werden Traber ausschließlich für die Trabrennbahn gezogen. Zusätzlich zu den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp haben Traber auch eine genetische Anlage zum Tölt und Pass, welche die hohen Geschwindigkeiten im Trab erst ermöglicht. Die dafür verantwortliche Mutation im Gen DMRT3 ist in allen Traber Rassen vorhanden. …“

Somit steht schon mal fest, dass der Traber zum Rennen gezüchtet ist. Das wiederum bedeutet, ein Traber ist schnell. Sehr schnell. Im Renntrab können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h erreichen. Und er möchte laufen.

Der Traber - gezüchtet um Trabrennen zu meistern
Auch Tilly wurde gezüchtet, um Trabrennen zu meistern.

Trabern wird nachgesagt, dass sie sehr leistungsbereite, ausgeglichene und menschenbezogene Pferde sind. Da eine Rennkarriere sehr nervenaufreibend ist, legen die Züchter hohen Wert auf „Nervenstärke“. Wenig belastbare Tiere werden sehr schnell ausgemustert.

Das Exterieur bei Trabern ist sehr unterschiedlich und hängt von der Zucht ab. Es gibt sowohl Cob-Typen, als auch Vollblut- oder Warmbluttypen. Französische Traber sind eher etwas größer und stämmig. Amerikanische Traber eher kleiner und zierlicher.

Damit die geforderte Geschwindigkeit erreicht werden kann, besitzen Traber meistens eine sehr gut bemuskelte Hinterhand. Diese ist sehr oft überbaut. Legt der Traber erstmal los, greift die Hinterhand, meist sehr breit, außen an den Vorderbeinen vorbei.

Der Traber als Reitpferd

Dem Traber eilt ein eher schlechter Ruf als Freizeitpartner voraus. Meistens liegt es aber eher daran, dass die Umschulung vom Rennpferd zum Reitpferd nicht so einfach ist. Viele Traberbesitzer unterschätzen das und geben dann auf.

Auch ich habe die Ausbildung total unterschätzt. Aber da Aufgeben für mich keine Option war, habe ich weiter gekämpft und ich muss dir sagen, es lohnt sich wirklich!

Als Reitpferd ist der Traber in vielen Sparten einsetzbar:

  • bei Wanderritten
  • im Distanzsport
  • als Westernpferd
  • im Fahrsport
  • beim Springen
  • und sogar in der Dressur (aber eher selten).

Ich könnte mir den Traber auch sehr gut in der Working-Equitation oder im Extreme-Trail vorstellen. Gerade aufgrund ihrer Nervenstärke und Neugierde, bin ich mir sicher, dass man in dieser Disziplin viel Spaß mit ihnen haben könnte.

Was der Traber in seiner Ausbildung zum Rennpferd lernt

Ein Traber lernt in seiner Ausbildung sehr schnell zu laufen. Wirklich sehr schnell. Und das auf einer Ovalbahn. Somit kennen die meisten Traber keine Biegung und Stellung oder Gymnastizierung. Vielen Trabern wird auch der Galopp abtrainiert, da Galopp auf der Rennbahn zur Disqualifizierung führt.

Auch rennen Traber mit erhobenen Kopf. Somit ist ihnen ein „Vorwärts-Abwärts-Laufen“ unbekannt.

Traber auf der Rennbahn mit erhobenen Kopf, Trabrennen, Traberstute,
Bild von Digwen auf Pixabay

Die Sulky-Fahrer kommunizieren mit den Trabern per Zügelhilfe. Mir hat der damalige Trainer von Tilly verraten, dass am Zügel ziehen schneller laufen heißt. Das ist sicherlich von Trainer zu Trainer verschieden, aber Tilly kann mit einer halben Parade bis heute nichts anfangen. Und wenn man vor lauter Verzweiflung doch mal ins Gebiss langt, weil man nicht mehr weiß, wie man durchparieren soll, wird das Pferd nur noch schneller.

Die Umschulung vom Rennpferd zum Freizeitpartner

Möchte man einen Traber von der Rennbahn umschulen, sollte man das nötige Know-How und Fachwissen, sowie viel Geduld und Nervenstärke mitbringen.

Ist dein Traber frisch von der Rennbahn und gerade in „Rente“ gegangen, solltest du bedenken, dass die vorhandene Muskulatur noch nicht zum Reiten geeignet ist. Vor allem mit gymnastizierender Bodenarbeit kann man dies aber relativ schnell ändern.

Uns hat Vertrauensarbeit auch sehr viel gebracht. Ich empfehle dir auch, ganz viele Spaziergänge im Wald zu unternehmen. Bergauf und Bergab. Das schult die Trittsicherheit und Balance deines Pferdes.

Vielleicht möchtest du auch Longentraining einbauen? Gerade hier ist es super wichtig, dass dein Traber lernt, nicht mit erhobenen Kopf und in Außenstellung auf der Vorhand latschend um dich rum zu laufen. Wir haben vieles probiert und schlussendlich geholfen hat uns das Konzept von Katharina Möller „Longieren als Dialog“.

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Tilly mit schwingendem Rücken und vorwärts-abwärts, dank dem Konzept von Katharina Möller „Longieren als Dialog“.

Generell empfehle ich dir, bei der Umschulung deines Traber einen Fachmann oder eine Fachfrau zur Rate zu ziehen! Denn es ist wirklich nicht so einfach, wie man es sich am Anfang denkt.

Und solltest du auch an dem Punkt ankommen, an dem du gerne aufgeben möchtest: bitte mach weiter! Es lohnt sich wirklich.

Der Traber an sich ist ein sehr menschenbezogenes Pferd. Er wird dir deine Mühe, deinen Schweiß und deine Tränen danken und ein sehr zuverlässiger, treuer Partner werden.

Meine Traberstute – ein Fazit nach fast 4 Jahren

Als ich Tilly übernommen habe, dachte ich wirklich, ich schaffe das schon alleine. Aber ich habe relativ schnell eingesehen, dass es ohne Hilfe nichts wird.

Bereue ich es, Tilly gekauft zu haben? Ein klares NEIN!

War und ist ihre Umschulung schwierig? JA! Es gab bei mir viele Tränen, Verkaufsüberlegungen, Aufgeben-wollen-Gedanken, Wutanfälle und Verzweiflung.

Hat es sich gelohnt? JA! Ich habe ein wundervolles, einfühlsames und sehr liebevolles Stütchen an meiner Seite. Sie ist wirklich einfach großartig.

Unser Ziel ist, dass wir weiterhin zusammen wachsen und Reiten endlich Beiden Spaß macht. Sie darf „einfach“ Freizeitpferd sein. Ich möchte sie aber trotz allem gesunderhaltend gymnastizieren. Irgendwann, wenn wir soweit sind, werden wir Wanderritte unternehmen und die Oberpfalz erkunden. Ich möchte mit ihr noch einen Extreme-Trail-Kurs besuchen und vielleicht, in naher Zukunft, mit Working-Equitation anfangen.

Aber erstmal üben wir weiter fleissig Reiten. Denn 3,5 Jahre Bodenarbeit sind aktuell genug ;-).

Pferdeliebe: Hast du auch einen Traber und möchtest uns allen deine Geschichte erzählen? Dann schreibe mir doch und ich veröffentliche eure Geschichte in meiner Kategorie „Pferdeliebe„.

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