Longieren als Dialog (LAD)

Mit dem LAD-Konzept zu einer gesunden Dehnungshaltung.

Als ich Tilly vor knapp vier Jahren übernahm, war ich noch der festen Überzeugung, dass ich es locker schaffe, mein Pferd ganz eigenständig zum verlässlichen Freizeitpartner auszubilden. Schon nach relativ kurzer Zeit war mir bewusst, dass das nichts wird. Also habe ich wirklich viele Bücher über Bodenarbeit, Gymnastizierung an der Hand und Pferdepsychologie von namhaften Trainern gelesen und versucht umzusetzen. Manches hat geklappt, manches nicht.

Boden- und Vertrauensarbeit begleiten uns seit Beginn an

Trotzdem habe ich gerade im Bereich Vertrauens- und Bodenarbeit vieles fast alleine geschafft. Ein wichtiger Faktor dabei war auch mein Freund. Er legt eine so unerschütterliche Ruhe an den Tag und hat damit viele unserer gemeinsamen Spaziergänge erleichtert. Obwohl er wirklich nur wenig Erfahrung in der Pferdeausbildung hat.

In diesen Momenten war es Gold wert, dass er dabei war. Denn er hat gar nicht erst darüber nachgedacht, welche Konsequenzen es haben könnte, zum Beispiel an einem Ungetüm von Baumhäcksler vorbei zu spazieren. Wo ich längst umgedreht wäre und mir einen anderen Weg gesucht hätte, ist er, samt Tilly in einer Seelenruhe an dem lärmenden riesengroßen Traktor vorbei marschiert und mein Pferd hat keinen Mucks gemacht.

Nach fast zwei Jahren Boden- sowie Vertrauensarbeit und Verletzungspausen, wollte ich mein Pferd aber natürlich auch richtig reiten. Wichtig war mir dabei auch die entsprechende Gymnastizierung. In meiner reiterlichen Laufbahn hatte ich zwei wirklich tolle Trainerinnen, bei denen ich mir einen großen Wissensschatz aneignen konnte, aber das war lange her und ziemlich verstaubt. Außerdem wollte ich was Neues ausprobieren.

Ich hatte immer mal wieder Trainer zum Probetraining da – mit guten Ansätzen, aber es war nie das, was mich total überzeugt hat. Und mir war auch wichtig, dass der neue Trainer / die neue Trainerin vollkommen auf Hilfszügel verzichtet und wirklich pro Pferd trainiert.

Klassische Dressur als Ziel

Bevor wir in unseren jetzigen Stall umgezogen sind, bin ich schon in Berührung mit der klassischen Reitlehre gekommen. Tilly und ich konnten ein paar tolle und lehrreiche Stunden bei der Trainerin im „alten“ Stall nehmen und ab da war mir klar, dass ich das wirklich richtig lernen wollte. Zügelunabhängiges Reiten, Hilfen vorrangig per Gewicht und Bein. Einfach Tanzen mit dem Pferd.

Leichtigkeit beim Reiten mit den kleinsten und feinen Hilfen. Hohe Dressur. Klassische Dressur.
Leichtigkeit beim Reiten mit den kleinsten und feinsten Hilfen, das ist mein großes Ziel und sicherlich ein langer Weg!

Im neuen Stall ging dann die Suche nach einer anderen Trainerin weiter, da der „alten“ Trainerin der Weg leider zu weit war. Nach langer Recherche bin ich dann zufällig bei Patricias Seite gelandet. Das was ich da gelesen habe, fand ich super und ich wollte unbedingt ein Probetraining bei ihr. Also haben wir einen Termin ausgemacht und an diesem Tag kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit dem Konzept von Katharina MöllerLongieren als Dialog„.

Longieren als Dialog – das Konzept von Katharina Möller

Das Konzept ist so aufgebaut, dass ohne Hilfszügel und ausschließlich am Kappzaum longiert wird. Hier ein Auszug von Katharinas Beschreibung des Konzeptes:

Beim Longieren am Kappzaum ohne Hilfszügel treten Sie in einen Bewegungsdialog mit Ihrem Pferd. Sie verhelfen Ihrem Pferd zu mehr Gleichgewicht, Losgelassenheit und einer gesunden Bewegungsweise und Traghaltung, die die klassische Reiterei optimal ergänzen. Dabei wird das Pferd nicht in eine äußere Form gedrängt, sondern darf aktiv Bewegungsvorschläge einbringen, entwickeln und im Laufe dieses Prozesses selbst zur individuell richtigen Form finden. 

Dieses Konzept ist geeignet für Menschen, die ohne Hilfszügel longieren und sich dabei gemeinsam mit ihrem Pferd als Team weiterentwickeln möchten. Es bietet ein sinnvolles „Rücken-Aufbau-Training“ und einen für Pferde nachvollziehbaren Weg zu losgelassener, freudiger Bewegung mit dem Mensch als Partner.

Katharina Möller (https://longieren-als-dialog.weebly.com/)

Ich weiß nicht, ob du schon jemals einen Traber laufen gesehen hast, aber gestartet sind Patricia und ich mit einem Pferd, welches in Außenstellung und auf der Vorhand laufend einfach um uns bzw. mich rum gerast ist. Ich habe es in den drei Jahren einfach nicht geschafft ihr die Dehnungshaltung schmackhaft zu machen.

Egal ob an der Longe oder im Freilauf, sobald es in den Trab ging, lief Tilly auf der Vorhand und ihr Kopf war in Außenstellung.
Egal ob an der Longe oder im Freilauf, sobald es in den Trab ging, lief Tilly auf der Vorhand und ihr Kopf war in Außenstellung.

Longieren nach dem LAD-Konzept in der Praxis

Patricia hat mich Woche für Woche ermuntert, einfach nicht aufzugeben. Wir haben immer wieder Volten und gerade Strecken absolviert und das in einem unglaublich schnellem Trab. Ich sollte Tilly in dem Tempo traben lassen welches sie vorgab aber die Richtung vorgeben und immer wieder Volten und Geraden einbauen. So leicht sich das jetzt anhört, war es wirklich nicht. Ich hatte immer Angst, dass es Tilly die Füße weg zieht und sie einfach da liegt.

Ich weiß wirklich nicht mehr, wie lange es gedauert hat, bis Tilly die ersten Versuche in die Dehnungshaltung gewagt hat. Aber es waren wirklich lange Wochen. Als sie es zum ersten Mal geschafft hat, war ich sowas von Stolz und zu Tränen gerührt. Ich hab sie so überschwänglich gelobt und ihr bestimmt 10 Leckerlies auf einmal gegeben.

Jedes mal wenn Tilly den Weg in die Dehnungshaltung gefunden hat wurde sie sofort gelobt. Auch eine kurze Pause habe ich ihr gegönnt. Nach weiteren 6 Wochen war eine regelmäßige Dehnungshaltung beim Longieren da. Mann war ich stolz!

Longieren als Dialog (LAD) von Katharina Möller: der Weg in eine gesunde Dehnungshaltung
Dehnungshaltung mit schwingendem Rücken und ruhigem Schweif – ein langer Weg und nur dank Patricia’s gutem Zureden und immer wieder Mut machen und Katharina’s großartigem Konzept für uns erreichbar!

Wir werden „Longieren als Dialog“ auch weiterhin in unser Training einbauen und natürlich auch steigern. Das Konzept beinhaltet auch Stangentraining, Cavalettiarbeit und vieles mehr – all das wartet noch auf uns. Aber vor allem freue ich mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Patricia und viele tolle gemeinsame Momente mit Tilly.

Solltest du jetzt Lust auf weiterführende Informationen zum Thema „Longieren als Dialog“ haben verlinke ich dir hier nochmal die Webseiten von Katharina Möller:

http://www.katharina-moeller.com/

https://longieren-als-dialog.weebly.com/

Katharina schreibt auch sehr tolle Bücher. Wenn du dir das Handbuch „Longieren als Dialog“ von Katharina kaufen möchtest, hier der Link* zu Amazon:

Und wenn ihr aus der Oberpfalz kommt und eine wirklich hervorragende Trainerin mit einer unglaublichen Geduld und entsprechendem (Fach-)Wissen sucht, kann ich euch Patricia aus vollem Herzen empfehlen!

http://www.die-feine-klassische-art.de/

Du triffst auf kein Pferd zufällig.

Entweder ist es für dich eine Aufgabe, eine Chance oder die ganz grosse Liebe.

Nicht selten treffen auf ein Pferd auch alle drei Punkte zu. Und das ist ein echtes Geschenk!

Autor unbekannt