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Fellsattel – der Testbericht

Lammfellsattel im Praxis-Test

Ist der baumlose Lammfellsattel eine wirkliche Alternative zum sicheren Reiten auf einem Traber? Diese Frage hat mich wirklich beschäftigt und ich bin vom Endergebnis wirklich überrascht! Dazu gleich mehr.

In meinem ersten Blogbeitrag „Passt mein Sattel?“ habe ich dir berichtet, dass ich mir für den Übergang einen Fellsattel gegönnt habe. Genaugenommen handelt es sich bei dem Fellsattel um den Typ „Ibero“* von Reitsport Engel. Ich habe mich für die Farbe schwarz entschieden.

Die Entscheidungsfindung

Ich habe mich wirklich lange mit einer Alternative für unseren Baumsattel umgesehen. Durch Zufall bin ich auf die Anzeige von Michaela Hülsmann vom Dressurportal Sulkybau Hülsmann aufmerksam geworden. Da ich mir nicht sicher war, ob der Fellsattel was für uns ist, habe ich Frau Hülsmann um Rat gebeten. Wir haben einen Tag darauf ausführlich miteinander telefoniert. Sie hat mir mit ihrem unglaublichen Fachwissen genau erklärt, auf was ich bei dem Lammfellsattel achten muss.

Ich muss ehrlich sagen, dass es schon lange her ist, dass ich eine so tolle Beratung erhalten habe! Dafür danke ich Frau Hülsmann aus ganzem Herzen. Natürlich kam für mich nach der tollen Beratung überhaupt keine Überlegung mehr auf, wo ich den Sattel bestelle. So habe ich noch während des Telefonates meine Bestellung bei Frau Hülsmann aufgegeben. Die Lieferung erfolgte prompt und wir stehen bis heute noch im Austausch!

„Psychologische Kriegsführung“

Da unser eigentlicher Baumsattel ja nicht gepasst hat, findet Tilly Sättel gerade überhaupt nicht toll. Daher habe ich erstmal mit psychologischer Kriegsführung angefangen und den Fellsattel einfach jeden Tag verwendet. Egal ob beim Longieren, spazieren gehen oder der Bodenarbeit: der Sattel war dabei.

Erst als sie beim Satteln nicht mehr gezuckt hat, aber ich wieder damit angefangen, sie bei der Aufstiegshilfe einzuparken. Ich bin einfach nur auf die Aufstiegshilfe gestiegen, habe mich über sie drüber gelegt, sie gestreichelt und hin und wieder ein Leckerli (ja, ich bin für Futterlob!) zugesteckt. Dann sind wir einfach weiter marschiert, haben Spanischen Schritt oder ähnliches geübt. Immer wenn wir an der Aufstiegshilfe vorbei gekommen sind, haben wir sie mit ins Training eingebaut.

Nach vier bis fünf Wiederholungen stand Tilly total entspannt und ich habe das Training beendet.

Test Lammfellsattel, Fellsattel Ibero von Reitsport Engel in schwarz.
Der Fellsattel „Ibero“ wirkt auf Tilly momentan noch etwas deplaziert, da er noch nicht „eingesessen“ ist.

Der erste Ritt

Nach knappen 2 Wochen Bodentraining und psychologischer Kriegsführung habe ich beschlossen, mich für kurze Zeit in den Fellsattel zu trauen. Nachdem ich mir nicht sicher war, ob Tilly auch wirklich wie geübt stehen bleibt, habe ich meinen Freund gefragt, ob er mit in den Stall kommen und mir helfen könnte. Hat er natürlich gerne gemacht und sich einfach auf die rechte Seite von Tilly gestellt, sodass sie seitlich nicht ausweichen konnte. Denn der Fellsattel hat momentan noch keine Steigbügel und so muss Madame einfach stehen, damit ich in den Fellsattel rein rutschen kann.

In solchen Situationen bin ich wirklich froh, dass ich mir kein Pferd mit einem Stockmaß von 1,75 m ausgesucht habe, denn ohne Steigbügel aufsteigen ist wirklich lustig. Vor allem, wenn man seit über 4 Jahren nicht mehr regelmäßig reitet.

Es hat aber alles super geklappt und mein Stütchen blieb auch prima stehen.

Das Reiten mit Lammfellsattel ist eine total neue Erfahrung für mich. Um sich wohl fühlen zu können, braucht man einen ausbalancierten Sitz.
Damit man sich im Lammfellsattel wohl fühlen kann, sollte man einen ausbalancierten Sitz haben.

Die ersten Runden haben sich extrem wackelig angefühlt. Verbunden damit habe ich natürlich meine Beine gut geschlossen (umgangssprachlich: zusammen gezwickt) und konnte mich so gar nicht entspannen. Das ist mir erst nach ein paar Runden gelungen.

Da Tilly heuer zum ersten Mal mit Headshaken angefangen hat, war ich natürlich erstmal überfordert. Der wackelige Sitz, das ständige Kopfgeschlage und die fehlende Balance meines Pferdes in den Wendungen hat mich sehr gefordert. So fiel die Reiteinheit mit 20 Minuten doch sehr kurz aus.

Ehrlich gesagt, kann ich mir aktuell noch nicht vorstellen, den Fellsattel auch im Trab zu nutzen. Natürlich könnte ich mir auch Steigbügel dran hängen um mich etwas besser ausbalancieren zu können. Die generelle Empfehlung zur Verwendung von Fellsätteln ist aber das Reiten ohne Steigbügel.

Einsatz von Steigbügeln

Steigbügel können jedoch mit einer von Reitsport Engel extra entwickelten Filzeinlage verwendet werden. Sie soll so, allen Fellsätteln nachgesagten, Druckspitzen vermeiden. Diese habe ich natürlich gleich mitbestellt. Am Anfang werde ich sicherlich erst noch eine Weile ohne Steigbügel reiten, aber gerade wenn wir ins Gelände gehen, fühle ich mich mit Steigbügel einfach wohler.

Auch wenn der Fellsattel super bequem ist, muss ich mich natürlich erst noch an das „baumlose“ Gefühl gewöhnen. Ich komme damit sicherlich besser klar, wenn mein Sitz wieder ausbalancierter ist. Aber das lernt man mit dem „Ibero“ sicherlich ziemlich schnell ;-).

Fazit

Mein Fazit: Wenn man als Reiter einen wirklich ausbalancierten Sitz haben, jede Bewegung seines Pferdes spüren und seine Hilfengebung verbessern möchte, ist so ein Fellsattel wirklich eine tolle Sache.

Und wenn du jetzt auch Interesse an einem Fellsattel von Reitsport Engel hast, verlinke ich dir hier die Kontaktdaten von Michaela Hülsmann vom Dressurportal. Eine bessere Beratung kann ich mir wirklich nicht vorstellen!

https://www.dressurportal.de/