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Equines Asthma

Lange Zeit war´s sehr still um uns. Nicht, weil ich keine Lust hatte, meinen Blog weiter zu führen. Sondern wir das Leben nun mal so spielt, gab es viele Ereignisse in den letzten zwei Jahren, die mich einfach vom Schreiben abhielten. Aber nun bin ich voller Tatendrang, mit vielen Ideen und einer Neu-Orientierung zurück. 

Was in den letzten 2 Jahren so passiert ist, vor allem in Hinblick auf Tilly, möchte ich dir nun gerne erzählen.

Hilfe - mein Pferd hustet

Fast genau vor zwei Jahren begann Tilly im Herbst mit Husten. Ganz unauffällig und nur ab und zu. Erstmal hab ich mir keine Sorgen gemacht. Wetterumschwung, Fellwechsel, Niesel und Nebel – da ist das Immunsystem ja gut beschäftigt und so ein „kleiner Husten“ ist da sicher normal. Kräutermischung für Husten mit ins Futter, dann wird das sicher besser. 

Als es dann aber nach 2 Wochen nicht besser wurde, habe ich den Tierarzt geholt. Er hat sie dann untersucht, mir mitgeteilt, dass sich die Lunge etwas „scharf“ anhört, aber das kein Grund zur Sorge sei. Ein paar Mittelchen und Hustensaft sollten das Problem lösen. 

Mittelchen und Hustensaft waren leer und der Husten wurde immer schlimmer. Wieder den Tierarzt geholt. Dieses mal  „vorsichtshalber“ mit Cortison behandelt. Eine Woche später nochmal Cortison. Half leider auch nichts. Die Atmung von Tilly wurde immer schwerer, sie hatte keine Lust mehr auf Arbeit – nicht mal mehr Spaziergänge wollte sie machen. 

Nach drei Wochen hat uns der Tierarzt dann eine 2-Wochen-Kur mit Schleimlöser und Bronchien-Erweiterer gegeben. Wuhuuu – es funktionierte! Die Ernüchterung kam dann kurz darauf: nach dem Absetzen der Medikamente ging der ganze Spuk von vorne los. Allerdings noch schlimmer. Sie verweigerte Heu, nahm ab und war vom Gesamtzustand her eher letargisch.

Also ab in die Klinik…

Schockdiagnose: Equines Asthma

In der Klinik wurde Tilly dann auf Herz und Nieren überprüft. Belastungsprobe an der Longe, arterielle Blutgasanalyse, Endoskopie – das ganze Programm. Da gerade die Corona-Pandemie am Start war, mussten wir leider im Auto warten und konnten bei der Untersuchung nicht dabei sein. Zwei Stunden langes warten und bangen später, gab es dann die Schock-Diagnose für mich: mittelgradige, chronische Bronchitis. 

Ich war erstmal total überfordert, denn bisher hatte ich mich mit dem Thema Husten überhaupt nicht beschäftigt und mit einem lungenkranken Pferd schon gar nicht. Auf dem Rückweg von der Klinik gingen mir hunderte Fragen durch den Kopf. Haltungsumstellung? Training? Fütterung? Stallwechsel? Wird Tilly jemals wieder reitbar?

Zurück im Heimatstall, habe ich dann angefangen, die Tipps der Tierärztin in der Klinik umzusetzen. Also keine Stroh-Einstreu und Heu waschen. 

Das mit der Einstreu war super einfach, denn wir haben eh mit Säge-Späne eingestreut. Heu waschen war schon eine Herausforderung. 10 Minuten richtig „tunken“ und dann raus ziehen und abtropfen lassen und das im Winter. Also musste schnell eine andere Lösung her. 

Ich habe stundenlang im Netz gesurft, versucht Lösungen zu finden, die Krankheit „equines Asthma bzw. chronische Bronchitis“ zu verstehen. Meine Zweifel an mir selbst waren immens. Bin ich überhaupt in der Lage, ein so krankes Pferd zu unterstützen bzw. ihr so zu helfen, dass es ihr besser geht?

Klar war für mich sehr schnell, dass Tilly nie wieder gesund wird. Es ging erstmals nur darum, die Lebensqualität zu verbessern und „Schübe“ zu verhindern.

inhalieren equines asthma chronische Bronchitis

Meine erste (und auch beste) Entscheidung war, einen Inhalator zu kaufen. Hier konnte ich gezielt Medikamente vernebeln und es half Tilly immens, dass sich der Schleim löst und auch flüssig bleibt. 

Ich habe mich bewusst für einen Akku-betriebenen Inhalator entschieden, da ich einfach überall inhalieren kann. Egal ob Paddock, Koppel oder auch mal beim Spazieren gehen. 

Mit Beginn der Inhalation ging es Tilly auch relativ schnell wieder besser. Aber wollte ich wirklich jeden Tag für die nächsten Jahre inhalieren, damit es meinem Pferd gut geht?

Völlige Verzweiflung und kurz vorm Nervenzusammenbruch

Nicht nur das inhalieren war neu, mir war auch klar, dass eine Haltungsoptimierung her musste. Auch das Training mit Tilly hat mich völlig überfordert. Zu wenig Training bringt keine Besserung – zu viel Training schadet noch mehr. 

Aber was kann ich meinem Pony zumuten und wie lerne ich, was ihr gut tut, wie ich ihr wirklich helfen kann und wie ich mit der Situation umgehen soll?

Stundenlang habe ich im Netz recherchiert, sämtliche Artikel und Studien gelesen, die ich gefunden habe. Ich war wirklich mit meinen Nerven am Ende. Egal was ich ausprobiert habe, hat nie den Erfolg gebracht, den ich mir gewünscht hatte.

Mein oberstes Ziel war (und ist es auch immer noch) Tilly ein glückliches und zufriedenes Leben zu ermöglichen und das am liebsten Beschwerdefrei. 

Und ich habe es tatsächlich geschafft. Nicht alleine, sondern mit Unterstützung. Aber das erzähle ich dir in den nächsten Tagen. Sei gespannt!

"Du triffst auf kein Pferd zufällig. Entweder ist es für dich eine Aufgabe, eine Chance oder die ganz große Liebe. Nicht selten treffen auf ein Pferd auch alle drei Punkte zu. Und das ist ein echtes Geschenk!"

Verfasser unbekannt