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Der perfekte Pferdestall

Meine Vorstellung eines perfekten Pferdestalles

Kennst du diesen Wunsch nach dem perfekten Stall? Mein absoluter Traumstall würde so aussehen:

Mein Pferd soll so ein artgerechtes Leben wie möglich haben. Mit viel Bewegung, Pferdekumpels und Raufutter in super Qualität. Am liebsten wäre mir ein Paddock-Trail mit max. 12 Pferden, vielen Bäumen, Liegeflächen, Schattenspender und weite Laufwege für die Bewegung. So artgerecht und naturnah wie es möglich ist.

Um gut trainieren zu können sollte der Stall mindestens einen beleuchteten Allwetter-Reitplatz haben. Besser noch mit Halle, damit auch der Winter und Regenwetter abgedeckt ist. Ein überdachter Roundpen und eine Galoppbahn wären dann das Tüpfelchen am i.

Natürlich sollen auch die anderen Pferd-Reiter-Paare super nett sein. Mann bzw. Frau möchte ja auch eine harmonische Stallgemeinschaft haben. Mit Gleichgesinnten, die auch so ticken wie du oder ich. Nahe am eigenen Wohnort ist Voraussetzung – man möchte ja nicht 50 km in der Gegend rum fahren um sein Pferd sehen zu können. Und natürlich soll das auch in einem bezahlbaren Rahmen sein und in Vollpension. Ich möchte mich ja auf die Ausbildung meines Pferdes konzentrieren.

Paddock-Trail als die ideale Pferdehaltung wie auf Gut Heinrichshof - ein perfekter Pferdestall?
Ein Paddock-Trail wie auf Gut Heinrichshof ist meine Traumvorstellung für eine artgerechte und naturnahe Pferdehaltung.

Eine wundervolle Vorstellung, oder? Spätestens wenn man auf die Suche nach so einem Stall geht, stellt sich sehr schnell die Ernüchterung ein und man stellt fest, dass das in den meisten Fällen wirklich nur ein Traum ist.

Die endlose Suche nach dem perfekten Stall

Seit Tilly an meiner Seite ist, mussten wir leider ziemlich oft den Stall wechseln. Der erste Umzug fand für sie statt, als ich sie übernahm. Sie stand damals noch in Brandenburg auf einer riesigen Weide in ihrer Stutenherde in Robusthaltung. Da das aber leider zu weit weg von unserer Wohnung war, habe ich versucht, eine ähnliche Haltung in Wohnort-Nähe zu finden.

Ich wurde tatsächlich relativ schnell fündig und habe mich sofort in den Stall verliebt. Große Koppeln mit Unterständen und 24 Stunden Heu. Es gab einen Wiesenreitplatz und einen kleinen Longier-Zirkel. Der ganze Stall hatte einen wahnsinnigen Charm und wirkte total romantisch. Wichtig war mir vor allem, das sich Tilly wohl fühlt und ihr Pferde-Leben genießen kann.

Zum Trainieren hatte man die Möglichkeit, ein paar hundert Meter weiter die Anlage eines anderen, großen Stalles nutzen.

Artgerechte und naturnahe Pferdehaltung sind mir ein sehr wichtiges Anliegen, damit es meinem Pferd gut geht.
Artgerechte und naturnahe Pferdehaltung sind mir ein sehr wichtiges Anliegen, damit es meinem Pferd gut geht.

Für mich persönlich war dieser Stall einfach der perfekte Stall. Kein großes Schischi-Schuschu und trotzdem hatten wir alles, was wir brauchten. Pferd und Reiter fühlten sich wohl und waren glücklich.

Aber dann kam der Umzug von Brandenburg zurück nach Bayern. Und hier gestaltete sich die Suche wirklich schwierig. Ich wollte gerne wieder so einen Stall wie in Brandenburg. Auf keinen Fall sollte es ein großer Turnierstall werden. Und natürlich sollte es wieder in Wohnort-Nähe sein.

Geschätzt habe ich mir damals mindestens 10 Ställe angeschaut. Einer gefiel mir richtig gut, aber die hatten da schon eine Warteliste von einem Jahr. Also habe ich mich für einen kleinen Privatstall mit 5 Pferden entschieden. Offenstall mit einem kleinen Reitplatz. Allerdings 25 Minuten einfacher Fahrtweg. Habe ich aber gerne in Kauf genommen, da ich dachte, Tilly ginge es da am Besten.

Am Anfang war alles ganz toll. Nach gut 3 Monaten kam dann aber das große Erwachen. Tilly hatte stark abgenommen. Statt glänzendem Fell hing es strubbig und glanzlos runter. In ihren Augen war keine Lebensfreude zu sehen. Mir war klar, dass dieser Stall absolut nicht das Richtige für uns ist. Also habe ich wieder gesucht.

Und so ging es weiter. Wir sind dann noch insgesamt 3x umgezogen. Aber immer, weil ich die falschen Entscheidungen getroffen habe und es Tilly nicht gut ging. Hier zählt einfach mein Motto: Horse first!

Die Sache mit den Abstrichen auf der Suche nach dem perfekten Pferdestall

Bei der letzten Suche habe ich mir wirklich Gedanken gemacht. Was braucht mein Pferd? Was brauche ich? Was ist mir besonders Wichtig und auf was kann ich verzichten?

Was soll ich sagen? Letztes Mal hatten wir wirklich mal Glück mit dem Stall. Wir sind in einem kleinen Privatstall gelandet. Es gibt eine kleine Halle (15 x 30 m) und einen 20 x 40 m-Reitplatz. Das Ausreitgelände beginnt direkt ab der Hoftüre. Die Pferde stehen mindestens 12 Stunden am Tag in 2er-Herden auf dem Paddock. Im Sommer gibt es zusätzliche Graskoppeln. Es gibt 24/7 Heu und die Stallgemeinschaft ist wirklich super harmonisch.

Kleiner Wehrmutstropfen: es ist ein Selbstversorger-Stall. Heißt, ich muss wirklich jeden Tag zum Pferd und sie versorgen. Urlaubsvertretung gibt es natürlich innerhalb der Gemeinschaft.

Vorteil ist aber, dass ich selber entscheiden kann, wie ich mein Pferd füttere. Ich sehe ihren Gesundheitszustand und bin aufmerksamer geworden, was ihr Fressverhalten angeht. Auch anhand der Box kann ich genau feststellen, ob sie genügend pinkelt und verdaut ;-).

Ist der Stall perfekt? Nein. Denn in einem Selbstversorger-Stall stehen auch sehr viele Neben-Tätigkeiten an. Egal ob Unkraut-Zupfen am Reitplatz, Koppel düngen, mähen und auf Giftpflanzen untersuchen, Heu in den Heuraufen auffüllen, Späne organisieren, Zäune prüfen oder Heulieferanten suchen – das sind alles Tätigkeiten, die einen in einem All-Inklusive-Stall nicht wirklich interessieren und kosten viel Zeit und Mühe.

Aber meinem Pferd geht es richtig gut und wir fühlen uns Beide wohl. Mir ist es selbst überlassen, wie ich mein Pferd füttere, wie ich mit ihr trainiere. Es redet mir keiner rein und trotzdem stehen einem die Kollegen bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

Dieses mal hat sich der Kompromiss „Selbstversorger“ für uns gelohnt und ich hoffe auch, dass es weiterhin so toll in dem Stall bleibt!

Der perfekte Stall sieht für jeden anders aus

Auch wenn ich für unsere Bedürfnisse den (fast) perfekten Stall gefunden habe, hat jeder Pferdebesitzer seine eigenen Wünsche und Vorstellungen eines perfekten Stalles.

Ich habe zum Beispiel eine Freundin, der es wichtig ist, dass sie ein tolles Ausreitgelände vor der Haustüre hat. Sie ist reine Freizeitreiterin und geht mit ihrer Stute hauptsächlich ins Gelände. Da sie Schichtarbeiterin ist, wollte sie ihr Pferd in Vollpension einstellen und gut versorgt wissen.

Auch sie hat für ihre Bedürfnisse den perfekten Stall gefunden. Die Pferde stehen in 2er-Herden mindestens 8 Stunden am Tag auf dem Paddock und im Sommer auf den Wiesen. Nachts haben sie geräumige, halbhohe Boxen und somit auch Sozialkontakt zum Nachbarn. Außerdem haben sie einen Schwimmteich und einen beleuchteten Allwetter-Reitplatz. Und natürlich ein wundervolles Gelände ab Hof. Das alles in Vollpension und Wohnort-Nähe.

Ein weiteres Beispiel ist ein Bekannter von mir. Er selber reitet bis in die hohe Klasse Dressur und bildet Nachwuchspferde aus. Somit liegt sein Fokus natürlich auf den Trainingsmöglichkeiten. Sein Stall besitzt 2 Reithallen, 2 Außenplätze und eine Longierhalle. Das Ausreitgelände ist zwar vorhanden, aber laut seiner Aussage nicht so „prickelnd“.

Die Pferde haben wirklich sehr große Boxen und kommen täglich für 2-3 Stunden raus. Somit ist dieser Stall für seine Bedürfnisse perfekt. Auch er hat seine Pferde in Vollpension eingestellt. Sein Anfahrtsweg vom Wohnort beträgt ca. 25 Minuten.

Persönlich finde ich es super wichtig, dass es meinem Pferd in dem Stall super gut geht. Tilly soll sich wohl fühlen und Pferd sein dürfen. Das sollte bei der Stallsuche immer Vorrang haben. Dennoch sollten wir auch darauf schauen, dass wir als Pferdebesitzer mit den Gegebenheiten klar kommen und wir uns auch wohl fühlen. Denn was bringt es einem, wenn es dem Pferd gut geht, du als Besitzer aber nicht mehr in den Stall zu deinem Pferd fahren möchtest, weil du dich total unwohl fühlst?

Abstriche muss man wahrscheinlich immer machen. Aber die Wohlfühlzone sollte sowohl für das Pferd, als auch für den Reiter vorhanden sein.

Wie sieht dein perfekter Stall aus?

Sicherlich hast du auch eine Vorstellung von deinem „perfekten“ Stall oder hast ihn sogar schon gefunden?

Dann würde ich mich sehr freuen, wenn du mir davon berichtest!

Schreib mir einfach eine Antwort im Kommentar-Feld oder an: info@tillysworld.de.

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